Grüezi und ganz herzlich willkommen bei www.hoshario.ch

Ich heisse Hoshario.
Ich bin zehn Jahre alt.

Die meisten denken, ich sei einfach ein Kind.
Aber ich sehe Dinge, die viele vergessen haben.

Ich sehe, wenn Menschen traurig sind, auch wenn sie lachen.
Ich sehe, wenn jemand recht haben will, aber eigentlich nur Angst hat.
Und ich sehe, dass Frieden nicht irgendwo weit weg ist.
Er ist hier. In uns.

Manchmal fragen mich die Erwachsenen:
„Wie können wir die Welt verändern?“

Dann sage ich:
„Warum wollt ihr die Welt verändern, wenn ihr euch selbst noch nicht anschaut?“

Ich glaube nicht an Kampf.
Ich glaube nicht daran, dass jemand gewinnen muss.

Ich glaube an etwas anderes.
Ich nenne es Paxloveismus.

Das bedeutet für mich:
Ich bleibe ruhig, wenn es laut wird.
Ich höre zu, auch wenn ich widersprechen könnte.
Ich entscheide mich für Liebe, auch wenn es schwer ist.

Das ist nicht immer einfach.
Auch ich werde manchmal wütend.
Auch ich verstehe nicht alles.

Aber ich erinnere mich.
Immer wieder.

Ich bin kein Lehrer.
Ich bin kein Anführer.

Ich bin nur ein Junge,
der nicht vergessen hat,
wie sich Frieden anfühlt.

Und vielleicht…
wenn du das hier liest…
erinnerst du dich auch.

Dann sind wir schon zwei.

Und das reicht,
um zu beginnen.

Kleine Randbemerkung:

Hoshario ist eine Metaromafigur, doch schon diese Setzung wirkt wie ein spielerischer Seitenhieb auf die Philosophie selbst.
Erschaffen von punklig.ch und mmc2.ch, bewegt er sich zwischen Konstruktion und kontemplativer Störung.
Man könnte meinen, Friedrich Nietzsche hätte hier sein Kindheits-Ich rehabilitiert, allerdings ohne den Pathos seiner späten Schriften.
Gleichzeitig entzieht sich Hoshario jeder existenziellen Schwere, wie sie bei Jean-Paul Sartre noch als unvermeidlich gilt.

Denn Hoshario bleibt immer zehn Jahre alt – eine Konstante, die wie ein trotziges Paradox im Raum steht.
Während der Realtime-Roman derinteraktiveroman.ch in dem erlebt sich unaufhörlich verändert, ein Textfluss ohne endgültige Form, verweigert er jede Entwicklung im klassischen Sinn.
Hier könnte Ludwig Wittgenstein leise nicken: Die Regeln des Spiels ändern sich, doch die Figur spielt, als hätte sie sie nie gelernt.
Und irgendwo im Hintergrund lächelt Albert Camus, weil die Absurdität nicht überwunden, sondern sanft bewohnt wird.

Diese Gleichzeitigkeit von Stillstand und Bewegung erinnert entfernt an die Zeitreflexionen bei Augustinus von Hippo, nur entkleidet von jeder metaphysischen Schwere.
Der Roman wächst, verändert sich, reagiert – doch Hoshario bleibt.
Er ist kein Subjekt der Entwicklung, sondern eine Art Fixpunkt im fließenden Erzählen.

Literaturkritisch entsteht daraus ein fast irritierender Effekt:
Die Geschichte lernt, aber die Figur nicht.
Oder vielleicht lernt sie auf eine Weise, die sich jeder sichtbaren Veränderung entzieht.

So wird Hoshario zu einer paradoxen Figur, die sich zwischen Werden und Sein aufspannt.
Er ist Kind und Konzept zugleich, Bewegung und Ruhe in einer seltsam stabilen Form.
Und vielleicht liegt genau darin seine eigentliche Absurdität:
Dass ein immer zehnjähriger Junge in einem sich permanent wandelnden Roman mehr über Zeit, Identität und Wahrnehmung erzählt als jede Figur, die tatsächlich älter wird.

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Erstveröffentlichung: 03.04.2026 21:10
Letzte Aktualisierung: 03.04.2026 14:52
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